Beschreibung

  Noch vor Baubeginn ist das Jura Theater das Ergebnis einer neuartigen und leistungsstarken öffentlich-privaten Partnerschaft. Das Theaterhaus ist Teil eines Entwurfs für einen Immobilienkomplex im Herzen von Delsberg, der Kantonshauptstadt. Gegenüber dem Theater sollen Gebäude mit rund hundert Wohnungen und ein Einkaufszentrum entstehen. Die Stadt Delsberg hat dem Kanton etwa die Hälfte des für das „Projekt Le Ticle“ benötigten Geländes zur Verfügung gestellt.

  Der Kanton ist selbst Eigentümer der anderen Hälfte. Für die Teilfinanzierung des Theaters verkauft der Staat das Gelände der Stadt und des Kantons an Coop. Der Unternehmer HRS wird als vierter Partner den Immobilienkomplex bauen und dabei garantieren, dass 75 % der Auftragsarbeiten von jurassischen Unternehmen durchgeführt werden. Die Kosten für das „Projekt Le Ticle“ werden auf rund 100 Millionen Franken geschätzt. Die privaten Partner verkaufen das Theater schlüsselfertig für einen Maximalbetrag von 24 Millionen an die Stiftung Jura-Theater. Der ÖPP-Vertrag, der die Beziehungen zwischen den vier Partnern regelt, wurde am 13. November 2015 unterzeichnet.

  Nahezu einstimmig hat sich das jurassische Parlament am 9. Dezember 2015 dafür ausge- sprochen, die Stiftung Jura Theater (eine Stiftung des privaten Rechts) mit dem notwendigen Eigenkapital auszustatten, damit sie ihren Anteil am pauschalen Kaufpreis des Theaters, an der Überwachung der Bauausführung sowie an den drei ersten Betriebsjahren übernehmen kann. Der Kanton begrenzt seine Investition auf 14 Millionen. Die Stiftung hat die Aufgabe, Fremdmittel in Höhe von 8 Millionen für den Bau zu akquirieren, für den Restbetrag kann dann ein Darlehen aufgenommen werden. Die Regierung wird ihren Investitionsanteil freigeben, sobald die Stiftung 8 Millionen gesammelt hat.

  Der Betriebshaushalt des Jura Theaters für ein volles Jahr kultureller Angebote (ab 2021–2023) beläuft sich auf etwa 3 Millionen Franken. Für den angesetzten Ausgabenüberschuss wird die Stiftung jährlich 880 000 Franken an öffentlichen und privaten Geldern beschaffen müssen. Der Staat wird maximal das Zweifache dieses Betrags an die Stiftung zahlen. Wenn alle diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird das „Jura-Theater“ dem Publikum seine Türen im Jahr 2021 öffnen können.
"Das jurassische theater zu unterstützen heisst, eine junge Kunst in einem jungen Kanton zu fördern."